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Davis Cup

4:0 für Österreich! Starkes ÖTV-Duo Erler/Miedler fixiert Davis-Cup-Sieg über Pakistan

Dadurch spielt die Mannschaft von Jürgen Melzer 2023 erneut in der Qualifikation zu den Davis Cup by Rakuten Finals.

Lucas Miedler und Alexander Erler ©GEPA pictures/ Manfred Binder | GEPA pictures/ Manfred Binder

Jurij Rodionov und Debütant Filip Misolic hatten am Freitag vorlegt, Alexander Erler und Lucas Miedler haben am Samstag nun vollendet: Österreichs Davis-Cup-Team hat beim Heimspiel zur Weltgruppe I seine Pflichtaufgabe, als haushoher Favorit gegen Pakistan, äußerst souverän gelöst und beim TC Tulln frühzeitig den Sieg fixiert. Der Tiroler und der Niederösterreicher zeigten im Doppelmatch zum Beginn des zweiten Spieltags eine sehr kompakte und konzentrierte Vorstellung und bezwangen ihre jeweils 42-jährigen Gegner Aisam-ul-Haq Qureshi, den Playing Captain der Gäste, und Aqeel Khan in nur 79 Minuten Spielzeit glatt mit 6:3, 6:3. Dadurch konnte das rot-weiß-rote Lager mit den Zuschauern befreit aufjubeln.

Im abschließenden vierten Spiel stellte Rodionov (ATP 137) im Duell der beiden Nummer-eins-Spieler durch ein 6:2, 6:2 über Muzammil Murtaza (ATP -) auf 4:0 für die Mannschaft von ÖTV-Kapitän Jürgen Melzer. Die nicht verpflichtende fünfte Partie wurde nicht mehr ausgetragen. Damit wird die ÖTV-Auswahl 2023 neuerlich die Qualifikation zu den Davis Cup by Rakuten Finals bestreiten. In dieser hatte man im März 2022 in Südkorea mit 1:3 verloren. Der Kontrahent für diese Play-off-Begegnung, die im nächsten Jahr dieses Mal schon in der ersten Februar-Woche stattfinden wird, steht noch nicht fest und wird erst nach der K.o.-Phase des Davis-Cup-Finalturniers 2022 (22. bis 27. November) ermittelt – entgegen einer ursprünglichen Fehlinformation.

Österreichs Herren auch am 2. Spieltag deutlich überlegen

Trotz des mit nur 13 Grad diesmal noch kühleren Wetters hatten sich auch am Samstag rund 700 bis 800 Zuschauer auf den Publikumsrängen eingefunden. Der Fanclub und die Verbandsspitze feuerten die ÖTV-Jungs wieder lautstark an: Präsident Martin Ohneberg, Geschäftsführer Wirtschaft Thomas Schweda, Vizepräsident Georg Blumauer, NÖTV-Präsidentin Petra Schwarz-Ritter, Walter Seidenbusch, bis vor kurzem TTV-Präsident, Niederösterreichs Sportlandesrat Jochen Danninger und der Tullner Bürgermeister Peter Eisenschenk, sie alle sahen sich den erfreulich klaren Länderkampf-Heimtriumph live vor Ort auf den Tribünen an. Für diesen sorgten am Ende Erler/Miedler nach ihrer Niederlage beim Debüt in Südkorea mit ihrem ersten Sieg im zweiten Anlauf als Doppelteam.

Das Doppel war ursprünglich als die wohl schwierigste Aufgabe erwartet worden, stand Erler und Miedler doch mit Qureshi die ehemalige Nummer acht der Doppelweltrangliste und ein seit 15 Jahren fast durchwegs in den Top 100 befindlicher Routinier gegenüber, samt gleichaltrigem, ebenso erfahrenem Partner Khan. An diesem Tag sollte die Jugend jedoch nicht viel zulassen: Mit einem nach fünfmal Einstand erkämpften Break im ersten und einem weiteren im letzten Game sicherten sich Erler/Miedler locker den ersten Satz. Im zweiten Durchgang gelang ihnen die Vorentscheidung zum 3:1, bei weiteren Chancen in den Returngames davor und danach, deren Nicht-Verwertung sie sich leisten konnten. Denn selbst ließen die beiden in der gesamten Partie bei ihrem Aufschlag nichts zu.

Den krönenden Abschluss lieferte Rodionov, der gegen Murtaza im ersten Durchgang mit Breaks zum 2:1 und 5:2 für klare Verhältnisse sorgte und seine markante Überlegenheit eindrucksvoll bis zum Schluss demonstrierte. Von 3:2 weg gewann er bis 6:2, 4:0 sieben Games in Serie und verlor bei eigenem Service lediglich sechs Punkte im ganzen Match.

Die Stimmen zum Davis Cup Österreich – Pakistan

Jürgen Melzer (ÖTV-Sportdirektor und -Davis-Cup-Kapitän): „Es ist zum Glück nach Plan verlaufen, ohne Satzverlust. Wir müssen zufrieden sein. Die Burschen haben bewiesen, dass sie eine Klasse besser sind. Es ist immer schwierig, den Sieg letztlich einzufahren, aber sie haben das heute sehr souverän gemacht. Vor allem Alex (Erler; Anmerkung) hat sehr gut angefangen, wirklich fast jeden Return gemacht und echt ordentlich gespielt. Er und Lucas (Miedler; Anmerkung) haben bewiesen, wie gefährlich sie sind. Im Februar würden wir natürlich gerne wieder zuhause spielen, aber es wird auch eine sehr große Herausforderung, in den zwei Monaten ab Ende November eine Halle zu finden und das so kurzfristig vorzubereiten.“

Martin Ohneberg (ÖTV-Präsident): „Es ist natürlich super, wenn man ein Heimspiel hat und es dann auch noch gewinnt. Ich glaube, wir hatten eine sehr, sehr gute Stimmung. Wir freuen uns, dass wir hier in Tulln sein durften. Ich war auch in Südkorea mit, jetzt war es das erste Heimspiel als Präsident und der erste Davis-Cup-Sieg – da kann man sich nicht mehr wünschen.“

Thomas Schweda (ÖTV-Geschäftsführer Wirtschaft): „Ich freue mich wahnsinnig, dass das junge Team um Jürgen Melzer das, was sich jeder erwartet hat, auch bestätigt hat, sogar ohne Satzverlust – das ist ja nicht immer so einfach. Jetzt schauen wir erst mal entspannt in die Zukunft, hoffen für 2023 auf eine gute Auslosung und dass wir wieder mit einem starken Team antreten können. Sollten wir wieder ein Heimspiel bekommen, wird es leider durch die extrem kurze Vorbereitungszeit betriebswirtschaftlich und von Marketingseite her eine enorme Herausforderung. Ein wirtschaftlich optimales Ergebnis zu erzielen, ist dadurch leider nicht möglich.“

Alexander Erler: „Wir haben super gespielt. Wir waren heute ein richtiges Team auf dem Platz und es war einfach megageil, heute auch vor den ganzen Fans zu spielen. Es war ein wahnsinnig tolles Gefühl.“

Lucas Miedler: „Wir wollten den Punkt im Doppel unbedingt holen, und das ist uns zum haben uns auf unsere Stärken konzentriert, sind auch mit sehr viel Selbstvertrauen hergekommen. Generell in Österreich daheim zu spielen, ist schon sehr schön, aber in meiner Heimatstadt war das einfach ein unbeschreibliches Gefühl. Ich bin dankbar dafür, dass ich diese Chance gekriegt habe.“

Jurij Rodionov: „Ich glaube, das war ein sehr solides Match von mir, vom Anfang bis zum Ende. Ich denke, ich habe meine Aufgabe erfüllt, souverän in zwei Sätzen gewonnen und den Davis Cup damit auch schön ausklingen lassen. Überhaupt haben wir immer in zwei Sätzen gewonnen, 4:0 insgesamt, mehr hätten wir uns nicht wünschen können.“

Davis Cup 2022, Weltgruppe I in Tulln:

Österreich – Pakistan 4:0

Freitag
Jurij Rodionov – Muhammad Shoaib 6:3, 6:1
Filip Misolic – Muzammil Murtaza 6:1, 7:6 (4)

Samstag
Alexander Erler / Lucas Miedler – Aqeel Khan / Aisam-ul-Haq Qureshi 6:3, 6:3
Jurij Rodionov – Muzammil Murtaza 6:2, 6:2
Filip Misolic – Muhammad Shoaib nicht ausgetragen

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