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Barfuss-Schuhe auch für Tennis?

VivoBarefoot

Bild: Dr. Michlmayr (Fotobearbeitung Plischke)

VivoBarefoot, der Pionier im Barfußschuhbereich, bringt mit dem "MOTUS" den ersten Barfuss-Tennisschuh auf den Markt. Alle "insideout" LeserInnen können  bis zum 31. Juni 2016  mittels Code INSIDEMOTUS -20% in Abzug bringen. Zur Bestellmöglichkeit bei VivoBarefoot geht es HIER

Wenn man an Tennisspielen denkt, so geht es vor allem um Vorhand, Rückhand, Aufschlag und Volley. Richtiger Griff, richtiger Schwung…all das gilt es, zu optimieren. Klassische Verletzungen, wie der Tennisellbogen oder eine schmerzende Schulter, lenken die Aufmerksamkeit sehr stark auf die oberen Extremitäten. Dass aber nur eine perfekte Beinarbeit, den entsprechenden Schlag und einen guten Treffpunkt ermöglicht, wird oftmals vergessen. Gerade bei "Stop-and-go-Sportarten", wie dem Tennis, lastet eine sehr große Belastung auf dem Fuß und dem Unterschenkel. Eine perfekte Funktion der hierbei belasteten Strukturen ist der beste Schutz vor möglichen Verletzungen. Hat man vor einigen Jahren noch großen Wert auf die Dämpfung des Sportschuhs gelegt, so weiß man heute aus Studien, dass dieser (Dämpfungs-)Effekt bestenfalls lokal begrenzt am Fuß festzustellen ist. Die Belastungen für das übrige Bein und die Gelenke (Knie und Hüfte) steigen allerdings. Aus diesem Grund werden Sportschuhe immer weniger mit dicken Sohlen und Dämpfungselementen versehen. Die logische Konsequenz aus dieser Entwicklung ist ein Schuh, der außer Schutz vor der Umgebung keinerlei zusätzliche Funktionen bietet, der somit auch nicht der physiologischen Funktion des Fußes im Wege steht. Um möglichst rasche Richtungswechsel durchführen zu können, sollte die Wadenmuskulatur eine optimale Funktionsmöglichkeit haben. Beim normalen Joggen liegt die Hauptbelastung in der Oberschenkelmuskulatur. Somit kann hier durch eine entsprechende Fersenanhebung die Leistungsfähigkeit nur gering negativ beeinflusst werden. Beim Tennis verhält es sich anders und daher verfügen bereits konventionelle Tennisschuhe über eine geringere Sprengung (=Anhebung der Ferse) als Laufschuhe. Auch hier ist die logische Weiterentwicklung eine 0°-Sprengung, also praktisch wie das Barfuß-Gehen. Studien zum Barfuß-Gehen bzw. -Laufen zeigen neben einer besseren Leistungsfähigkeit auch auf, dass Verletzungen im Fußbereich minimiert werden. Weiters konnte nachgewiesen werden, dass bestehende Fußbeschwerden einer schrittweise durchgeführten Umstellung auf so genannte Barfußschuhe verbessert werden können.

Natürlich muss neben einer "Schuhumstellung" auch eine Umstellung des Bewegungsablaufes erfolgen. Hier weiß man, dass dies ohne große Mühe innerhalb weniger Wochen von selbst erfolgt. Dies kann auf die oben genannten Punkte in Richtung einer physiologischeren (normaleren) Belastung zurückgeführt werden und der Verbesserung der sogenannten "kinetischen Kette". Heute weiß man, dass die kinetische Kette bei den meisten Bewegungsabläufen am Fuß beginnt. Alle an der Bewegung beteiligten Muskeln müssen entsprechend zusammenspielen. Gerade an der unteren Extremität wird der Bewegungsimpuls durch die Fußsohle und die dort aufgenommene Umgebungsreize (z.B. Bodenbeschaffenheit) ausgelöst. Wird jedoch die Fußsohle durch z.B. Dämpfung vor ihrer Umgebung "abgeschirmt", so kann sie dieser Funktion nur unzureichend nachkommen. Eine zumindest herabgesetzte Funktion der gesamten Bewegungskette "Bein" ist die Folge. Aus orthopädischer Sicht ist der Einsatz von minimal gedämpften Schuhen im Sportbereich Teil einer sinnvollen Verletzungs-Prophylaxe. Der dadurch mögliche Leistungszuwachs ist aus Sicht des Orthopäden ein angenehmer "Nebeneffekt".

Für weiterführende Information, können Interessierten auch folgende Studien Orientierung geben:
C. McCarthy et.al: "The Re-emergence oft he Minimal Running Shoe" in Int J Sports Med 2014; 35: 443 -450
Wellenkotter J, Kernozek TW, Meardon S, Suchomel T: "The effects of running cadence manipulation on plantar loading in healthy runners" in Int J Sports Med 2014; 35: 779 - 784
Daniel E. Lieberman et al: "Foot strike patterns and collision forces in habitually barefoot versus shod runners" in Nature 463: 531-535


Kontakt:
Dr. Christoph Michlmayr
Facharzt für Orthopädie
M: ordination@michlmayr.info
www.michlmayr.info

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