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Turniere

Sesselrücken bei der Hallen-EM.

Arwed Sparber wird neuer Turnierdirektor.


Ein Bild für die Annalen - das Seefelder OK-Team 2014 (v.l.:) Kurt Winkler, Sabine Schmitt, Friedhelm Jehle, Bernadette Stauder, Arwed Sparber; hinten stehend: Manuel Weiss


Führungswechsel: Kurt Winkler übergibt nach 26 erfolgreichen Jahren die Turnierleitung der Hallen-EM der Tennissenioren in Seefeld an Arwed Sparber. Ein 65-jähriger Südtiroler, der in Telfs geboren wurde, in Bozen aufgewachsen ist und vor sechs Jahren in Mieming sesshaft wurde, nachdem er viele Jahre beruflich in Seefeld aktiv war. Sparber selbst spielt wettkampfmäßig Tennis in Mieming und Telfs, betritt als Turnierdirektor eines Turniers dieser Größenordnung aber Neuland.

Zurück zu Kurt Winkler. Das Urgestein des jährlichen Tennis-Events (er feiert heuer übrigens Anfang Juli den 85. Geburtstag) bleibt der Hallen-Europameisterschaft erhalten, arbeitet künftig aber in der zweiten Reihe. Im Klartext: Winkler übernimmt weiterhin die Vorbereitungen zu dieser eingesessenen Veranstaltung, an der sich heuer 630 TeilnehmerInnen aus 30 Nationen beteiligten. Nicht mehr im OK-Team werden künftig die jahrelangen "Arbeitsbienen" Sabine Schmitt und Bernadette Stauder dabei sein. Sie sorgten auch in diesem Jahr zusammen mit Friedhelm Jehle und OSR Manuel Weiss für einen reibungslosen Verlauf der Titelkämpfe in 21 Bewerben. "Das war nicht immer so", weiß Winkler. "Bei der ersten Veranstaltung im Jahr 1977 wurden nur drei Bewerbe mit 78 Teilnehmern durchgeführt". Unter dem "Erfinder" der Senioren-EM, dem verstorbenen TTV-Ehrenpräsidenten Walter Spieß und dem damaligen Turnierleiter Otmar Sommer entwickelten sich die Titelkämpfe zum wohl größten Hallenturnier der Welt, bei dem Winkler ab 1995 allein die Fäden zog. Die Kraft dafür holte sich Winkler nicht am Court, sondern in den Bergen. "Mein Lebenselixier", betont der Wahltiroler, der 1953 von Wien nach Seefeld übersiedelte, dort zuerst als Schwimmlehrer arbeitete, später in die Administration des Seefelder Casinos wechselte. Zu den Höhepunkten seiner Bergerlebnisse zählt u.a. die Besteigung des Kilimandscharos und die Umrundung des Annapurnas im Himalaya. Noch viele Berg-Erlebnisse wünscht ihm die dankbare Seniorenriege der Tennissportler.

Zur sportlichen EM-Bilanz 2014: Einmal Gold, viermal Bronze eroberten Tirols Tennissenioren in Seefeld. Wobei nach dem Fehlen von Thomas Schiessling, Michael Maldoner und Max Asen die älteren Jahrgänge die Kastanien aus dem Feuer holten. In aller Munde dabei: Sigurd Fragner. Der Kitzbüheler eroberte bei seinem ersten Sieg gegen Seriensieger Peter Pokorny zugleich Gold in der Klasse 70+. Sein erster Titel übrigens bei einer Europameisterschaft.

Beitrag vom 18. Jänner 2014

Der Kitzbühler Sigurd Fragner entthront Peter Pokorny

Riesenüberraschung bei der Hallen-EM der Tennissenioren in Seefeld. Sigurd Fragner nimmt Revanche für die Vorjahrsniederlage im Viertelfinale, feiert in seinem ersten EM-Endspiel der Klasse 70+ den ersten Sieg gegen Dauerrivalen Peter Pokorny, entthront damit den Seriensieger aus der Steiermark und wird erstmals in seiner Karriere Hallen-Europameister.

Herzliche Gratulation vorweg! Für einen Erfolg, den die vielen Zuseher in der Seefelder WM-Halle dem Tiroler nicht mehr zugetraut hatten. Der fünffache bayrische Meister und dreifache österreichische Vizemeister (immer Niederlagen gegen Pokorny) lag nämlich im ersten Satz 1:4 und 2:5, im zweiten Satz 1:3 und 2:4 zurück. Mit großem Kampfgeist egalisierte Fragner zur Überraschung der Tennis-Enthusiasten nicht nur den jeweiligen Rückstand, sondern münzte diesen noch in einen umjubelten 7:5, 7:6-Finalerfolg um. "Ich bin selig", meinte der Mannschafts-Vizeweltmeister nach dem unerwarteten Erfolg. Und: "Jetzt kann ich meine Karriere beenden". Das Geheimnis des Erfolges? "Die Halle in Seefeld liegt mir, weil mein Slice bei jedem Gegner Wirkung zeigt." Wie das Ergebnis beweist selbst beim mehrfachen Welt- und Europameister Pokorny.

Neben der Goldmedaille für Sigurd Fragner eroberten mit Hannes Madersbacher, Helmut Himmelsbach, Helmut Mayerhofer und Gordana Nadler vier weitere TTV-Senioren jeweils Bronze im Doppel. Eine zufriedenstellende Bilanz, die durch den Viertelfinal-Einzug von Hans Heissl (Klasse 65+) im Einzel ergänzt wird. Der auf Nummer 2 gesetzte Innsbrucker musste sich dem späteren Europameister Peter Markelstorfer (GER) geschlagen geben.

Robert Ullmann

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